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Hochwasserschutz

Unter Hochwasser verstehen wir den Zustand in einem oberirdischen Gewässer, bei dem der Wasserstand oder der Durchfluss einen bestimmten Wert (Schwellenwert) erreicht oder überschritten hat. Je nach Höhe des Wasserstandes und dem Grad der Anpassung der Nutzung an (potenzielle) Hochwasser können diese für die am Gewässer lebende Bevölkerung und die dort vorhandene Wirtschaft und Infrastruktur katastrophale Folgen haben.

Durch die zunehmende Besiedlungs- und Gewerbedichte in den ehemals natürlichen Überschwemmungsgebieten steigt das Potenzial für Schäden durch Hochwasser weiter an. Bei dem sogenannten „Weihnachtshochwasser“ 1993 im Rheineinzugsgebiet wurden die Schäden allein für den deutschen Gebietsanteil auf ca. 0,7 Mrd. Euro geschätzt. Der volkswirtschaftliche Schaden des Elb- und Donauhochwassers in Deutschland im August 2002 betrug laut Deutsche Rück mehr als 11 Milliarden Euro.


Hochwasserschutzkonzepte stimmen neben technischen Maßnahmen auch Maßnahmen zur Verbesserung des Rückhalts des Wassers im Einzugsgebiet, vorsorgende Maßnahmen zum Schutz von Nutzungen in überschwemmungsgefährdeten Gebieten und Maßnahmen zum Verhalten im akuten Hochwasserfall aufeinander ab.

Karten

Hochwasserschutz

Quelle: Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG).

Bevölkerungsdichte 2009

Quelle: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Aussagekraft der Daten

Eine Übersichtskarte zum Thema „Hochwasserschutz“ in Deutschland kann nur eine Auswahl an größeren, technischen Schutzmaßnahmen wiedergeben. Maßnahmenschwerpunkte des Hochwasserschutzes spiegeln sich unter anderem in der räumlichen Konzentration von Schutzbauwerken wider. In der Karte sind auswahlweise solche Einrichtungen ausgewiesen, die vornehmlich dem Hochwasserschutz in Deutschland dienen. Neben Talsperren und Hochwasserrückhaltebecken sind die steuerbaren Polder an den Flüssen dargestellt, die seit Mitte der 90er Jahre in Betrieb sind und für ein flächenorientiertes Hochwassermanagement sprechen. In den durch extreme Hochwasserereignisse gefährdeten Gebieten entlang der größeren Flüsse und Küstenbereiche sind ausgewählte Deichsysteme kartiert. Die Grundlage der erfassten Fluss- bzw. Küstendeiche in den alten Bundesländern bildet in weiten Bereichen die Topographische Karte 1: 50 000 (TK 50). Hierzu ist zu bemerken, dass dort lediglich zwischen befahrbaren und unbefahrbaren Deichen unterschieden wird. Darunter fallen auch Bahndämme und Straßen. In welchen Fällen es sich allerdings hierbei um Bauwerke mit reiner Hochwasserschutzfunktion handelt, ist aus der TK 50 nicht ersichtlich. Die „durch extreme Hochwasserereignisse gefährdeten Gebiete“ markieren die Räume, die bei sehr selten auftretenden Hochwasserereignissen überschwemmt werden könnten. In vielen Bereichen werden sie durch den Hochwasserschutz geschützt. Für den überwiegenden Teil der Fließgewässer wurden numerisch-modellgestützt ermittelte Überschwemmungsgrenzen eines 50-jährlichen Hochwasserereignisses verwendet. Die in der Karte aufgenommenen Polder beschreiben Flächen zur gesteuerten Wasserretention (Flutungspolder). Weitere Informationen finden Sie unter: http://geoportal.bafg.de/dokumente/had/Hochwasserschutz.pdf und http://geoportal.bafg.de/portal/Query/ShowCSWInfo.do?fileIdentifier=ef39509b-277d-49c4-b266-221d5aee6280.

Die Einwohnerdichte bezieht sich immer auf ein Gemeindegebiet. Innerhalb der betreffenden Gemeinde gibt es meist dichter besiedelte Gebiete und weniger dicht besiedelte. Im Einzelfall lässt sich deshalb nur annähernd sagen, wie viele Menschen von einem Hochwasser betroffen wären.

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