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Erreichbarkeit von Zentralen Orten

Grundlegend und prägend für das städtische Siedlungssystem in Deutschland sind die zentralen Orte. Sie werden von den jeweiligen Landesplanungen ausgewiesen, mit dem Ziel, so eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit öffentlichen und privaten Einrichtungen und Dienstleistungen sowie Arbeitsplätzen in zumutbarer Entfernung zu sichern.

Je nachdem, welche Funktionen eine Gemeinde innerhalb des zentralörtlichen Systems wahrnimmt, übernimmt sie, auch für die Bevölkerung innerhalb ihres Verflechtungsbereiches, mehr oder weniger umfangreiche Versorgungs- und Verwaltungsaufgaben.

Die Mittelzentren und ebenso die Oberzentren für ihren engeren mittelzentralen Verflechtungsbereich, sollen hierbei insbesondere Funktionen im Bildungswesen, bei der gesundheitlichen Versorgung, im Einzelhandel und auch bei der Bereitstellung von Arbeitsplätzen wahrnehmen. Anhand der Erreichbarkeit der Mittel- und Oberzentren können deshalb Aussagen zur regionalen Versorgungssituation vor allem mit Einrichtungen der sozialen Infrastruktur getroffen werden, da für die rund 1.000 Orte mit mindestens mittelzentraler Funktion, zumindest auf der Grundlage von Ausstattungskataloge, eine ähnliche Ausstattung mit Infrastruktureinrichtungen gefordert wird.

Als zumutbarer Reisezeitaufwand zur Erreichung des nächsten Mittelzentrums gelten im motorisierten Individualverkehr 30 Minuten. Dieser Zielwert wird deutschlandweit überwiegend erreicht bzw. übertroffen: knapp 90 % der Bevölkerung erreichen das nächste Mittelzentrum bereits innerhalb von 15 Minuten Pkw-Fahrzeit und nur weniger als 1 % der Bevölkerung benötigen mehr als die geforderten 30 Minuten Pkw-Fahrzeit.

Karten

Pkw-Fahrzeit zum nächsten Mittel- oder Oberzentrum 2012 in Minuten
Quelle: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Ober- und Mittelzentren
Quelle: Pläne und Programme der Länder, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Aussagekraft der Daten

Aus den Erreichbarkeitsanalysen des BBSR lassen sich grundlegende Aussagen zur Siedlungs- und Raumstruktur bzw. zur regionalen Infrastrukturversorgung der Bevölkerung ableiten. Bei der Interpretation muss beachtet werden, dass es sich bei den im Modell errechneten Werten entweder um Durchschnittswerte für Raumeinheiten (hier: Gemeinden bzw. Gemeindeverbände) oder um Messergebnisse für einen Referenzpunkt (Gemeindemittelpunkt) handelt. Somit sind diese Werte nicht auf jeden beliebigen Punkt innerhalb einer Bezugsfläche übertragbar.

Mit Hilfe eines Routensuchalgorythmus wird in einem Computermodell des Straßennetzes die Entfernung von Verkehrszellen bzw. Gemeinden, gemessen vom jeweiligen Gemeindemittelpunkt, zum zeitnächsten Mittel- oder Oberzentrum in Minuten Pkw-Fahrzeit ermittelt.

Das den Erreichbarkeitsanalysen zu Grunde liegende Straßennetz umfasst alle überörtlichen bedeutsamen Straßen, sowie wichtige innerörtliche Verbindungen. Die einzelnen Straßenabschnitte sind 13 verschiedenen Kategorien zugeordnet (von langsamer Stadtstraße bis hin zur schnellen Autobahn), denen wiederum durchschnittliche Pkw-Geschwindigkeiten zugewiesen werden. Zeitliche schwankende Verkehrsströme bleiben dabei unberücksichtigt.

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