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Saisonarbeitskräfte und Dauerkulturen

Diese thematische Karte zeigt zum einen die Anzahl der Saisonarbeitskräfte je 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche und zum anderen die vorherrschende betriebswirtschaftliche Ausrichtung landwirtschaftlicher Betriebe.
Beide Datensätze basieren auf Daten aus der Landwirtschaftszählung 2010 und sind in einem Raster visualisiert, mit einer Rasterweite von 5 km bzw. 5 bis 10 km.

Es ist eine Korrelation zu erkennen zwischen Regionen mit einer hohen Dichte an Saisonarbeitskräften und der vorherrschenden betriebswirtschaftlichen Ausrichtung „Dauerkulturbetrieb“. Bei Dauerkulturbetrieben handelt es sich um landwirtschaftliche Betriebe, die mehr als zwei Drittel des gesamten Standard-Deckungsbeitrags aus Dauerkulturen erwirtschaften. Zu den Dauerkulturen gehören Nutzpflanzen, die mehrere Jahre (fünf Jahre oder länger) für Erträge genutzt werden können, so etwa Rebland, Baum- und Beerenobstanlagen oder Baumschulen.
Besonders gut sind die Weinanbaugebiete in Rheinland-Pfalz (Rheinhessen, Pfalz und Mosel), Hessen (Rheingau und hessische Bergstraße) und Baden-Württemberg (Baden und Württemberg) zu erkennen, aber auch die Obstanbaugebiete im Alten Land bei Hamburg sowie westlich des Ruhrgebietes.

Karten

Vorherrschende betriebswirtschaftliche Ausrichtung landwirtschaftlicher Betriebe 2010 in einem Raster mit 5 bzw. 10 km Weite

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Saisonarbeitskräfte-Einheiten je 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche 2010 in einem Raster mit 5 km Weite

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Aussagekraft der Daten

1. Betriebswirtschaftliche Ausrichtung

Die betriebswirtschaftliche Ausrichtung (BWA) beschreibt den Produktionsschwerpunkt eines landwirtschaftlichen Betriebes. Die BWA eines Betriebes ergibt sich aus der Relation der Standardoutputs (SO) seiner einzelnen Produktionszweige zu seinem gesamten SO. Der SO ist die Kenngröße für den Marktwert der verschiedenen Produktionszweige, definiert als durchschnittlicher Geldwert (in Euro) der Bruttoagrarerzeugung zu Ab-Hof-Preisen in einer bestimmten Region. So wird z. B. der allgemeinen BWA „Spezialisierte Gartenbaubetriebe“ jeder Betrieb zugeordnet, dessen Gartenbau-Kulturen mehr als 2/3 des gesamten SO des Betriebes ausmachen. Dieses und weitere Beispiele für Zuordnungskriterien sind in der folgenden Übersicht dargestellt.

Allgemeine BWAAnteil des SO der Produktionszweige am gesamten SO des Betriebes
Spezialisierte AckerbaubetriebeAckerbau (d. h. Getreide und Hülsenfrüchte zur Körnergewinnung, Ölfrüchte, Hackfrüchte, weitere Handelsgewächse, Gemüse und Erdbeeren im Freiland im Wechsel mit landwirtschaftlichen Kulturen, Saat- und Pflanzguterzeugung auf Ackerland, sonstige Ackerlandkulturen, stillgelegtes/aus der landwirtschaftlichen Erzeugung genommenes Ackerland/Brache und Futterpflanzen zum Verkauf, Futterpflanzen für Weidevieh (siehe unten), wenn KEIN Weidevieh im Betrieb vorhanden) > 2/3
Spezialisierte GartenbaubetriebeGemüse und Erdbeeren im Freiland und unter Glas oder anderen begehbaren Schutzabdeckungen im Wechsel mit gärtnerischen Kulturen, Blumen und Zierpflanzen im Freiland und unter Glas oder anderen begehbaren Schutzabdeckungen, Pilze und Baumschulen > 2/3
Spezialisierte DauerkulturbetriebeBaum- und Beerenobstanlagen, Rebflächen, sonstige Dauerkulturen und Dauerkulturen unter Glas oder anderen begehbaren Schutzabdeckungen > 2/3
Spezialisierte Futterbaubetriebe (Weideviehbetriebe)Weidevieh (Einhufer, alle Arten von Rindern, Schafe und Ziegen) sowie Futterpflanzen für Weidevieh (Futterhackfrüchte, grün geerntete Pflanzen, Wiesen und Weiden, ertragsarmes Dauergrünland), wenn Weidevieh im Betrieb vorhanden > 2/3
Spezialisierte VeredelungsbetriebeVeredelung, d.h. Schweine (d.h. Ferkel, Zuchtsauen, andere Schweine), Geflügel (d.h. Masthühner, Legehennen, sonstiges Geflügel) > 2/3
Pflanzenbauverbund­betriebeAckerbau, Gartenbau und Dauerkulturen > 2/3 (aber Ackerbau £ 2/3, Gartenbau £ 2/3 und Dauerkulturen £ 2/3)
Viehhaltungs-verbundbetriebeWeidevieh, Futterpflanzen und Veredlung > 2/3 (aber Weidevieh und Futterpflanzen £ 2/3 und Veredlung £ 2/3)
Pflanzenbau-ViehhaltungsverbundbetriebeBetriebe, die von den Klassen 1 bis 7 und 9 ausgeschlossen wurden.
Nicht klassifizierbare BetriebeNicht im Klassifizierungssystem erfasste Betriebe (gesamter SO = 0)

Berechnung

Für die Berechnung der vorherrschenden BWA wird ausgewertet, welche BWA am häufigsten bei den in der jeweiligen Rasterzelle liegenden Betrieben vorkommt. Falls keine bestimmte BWA dominiert, wird die jeweilige Rasterzelle dementsprechend ohne vorherrschende BWA dargestellt.

2. Saisonarbeitskräfte

Nicht ständig beschäftigte Arbeitskräfte mit einem auf weniger als sechs Monate befristeten Arbeitsvertrag.

Arbeitskräfte-Einheit (AK-E)

Die AK-E ist eine Maßeinheit der Arbeitsleistung einer im Berichtszeitraum mit Arbeiten für den landwirtschaftlichen Betrieb vollbeschäftigten und nach ihrem Alter voll leistungsfähigen Person. Bei Familienarbeitskräften und ständigen Arbeitskräften entspricht eine AK-E immer 40 und mehr geleisteten Stunden je Woche. Bei den mit landwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigten Saisonarbeitskräften, für die die Zahl der geleisteten Arbeitstage (1 Arbeitstag = 8 Stunden) erfasst wird, liegt einer AK-E die Arbeitsleistung von 225 Arbeitstagen im Berichtszeitraum zugrunde.

Berechnung

Für die Berechnung der Saisonarbeitskräfte-Einheiten je 100 ha LF werden die AK-E der Saisonarbeitskräfte durch die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Hektar dividiert und mit 100 multipliziert. In diese Berechnung gehen jeweils alle AK-E der Saisonarbeitskräfte und die gesamte LF der in einer Rasterzelle liegenden landwirtschaftlichen Betriebe ein.

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