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Erreichbarkeit von Autobahnen

Die räumliche Nähe zu Autobahnen bzw. Autobahnanschlußstellen als Einstiegspunkte in die hochwertige Fernverkehrsinfrastruktur gilt nach wie vor als wichtiger Standortfaktor. So stellt sie trotz der bereits sehr hohen Netzdichte der Autobahnen in Deutschland vor allem bei der Neuansiedlung von Industrie und Gewerbe einen signifikanten Standortvorteil dar. Die Entwicklung des Autobahnnetzes in Deutschland hat seit Beginn der 90er Jahren des 20. Jahrhunderts bedingt durch die Vereinigung noch einmal an Fahrt gewonnen (Verkehrsprojekte Deutsche Einheit). Allein in den letzten 5 Jahren sind weitere rund 500 km durch Autobahnneubau zu den nunmehr rund 12.200 km Autobahnen dazugekommen.

Die Lage zu Autobahnen ist beim heute erreichten Ausbaustand des Bundesfernstraßennetzes im Allgemeinen auf Grund der hohen Netzdichte als gut zu beurteilen. Gravierende regionale Disparitäten bestehen hinsichtlich des Zugangs zu Autobahnen meist nur noch in dünn besiedelten Regionen, an der äußeren Peripherie des Bundesgebietes und in einigen Mittelgebirgslagen, wie z. B. die Altmark, Vorpommern, der Bayerische Wald und die Schwäbische Alb. Innerhalb von 30 Minuten Pkw-Fahrzeit erreichen jedoch über 90 % der Bevölkerung eine Autobahnanschlußstelle. Berücksichtigt man die Planungen zum Ausbau des Autobahnnetzes aus dem Bundesverkehrswegeplan 2003 bis zum Jahr 2015, der im Vordringlichen Bedarf noch Projekte mit rund 1.900 km Autobahnneubau umfasst, wird zudem in vielen dieser Regionen noch eine Verbesserung eintreten.

Karten

Pkw-Fahrzeit zur nächsten BAB-Anschlußstelle 2010 in Minuten

Quelle: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Bundesautobahnen

Quelle: ATKIS DLM 1000 © GeoBasis-DE / BKG 2012, generalisiert durch Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Aussagekraft der Daten

Aus den Erreichbarkeitsanalysen des BBSR lassen sich grundlegende Aussagen zur Siedlungs- und Raumstruktur bzw. zur regionalen Infrastrukturversorgung der Bevölkerung ableiten. Bei der Interpretation muss beachtet werden, dass es sich bei den im Modell errechneten Werten entweder um Durchschnittswerte für Raumeinheiten (hier: Gemeinden bzw. Gemeindeverbände) oder um Messergebnisse für einen Referenzpunkt (Gemeindemittelpunkt) handelt. Somit sind diese Werte nicht auf jeden beliebigen Punkt innerhalb einer Bezugsfläche übertragbar.

Mit Hilfe eines Routensuchalgorythmus wird in einem Computermodell des Straßennetzes die Entfernung von Verkehrszellen bzw. Gemeinden, gemessen vom jeweiligen Gemeindemittelpunkt, zur zeitnächsten Autobahnanschlußstelle in Minuten Pkw-Fahrzeit ermittelt.

Das den Erreichbarkeitsanalysen zu Grunde liegende Straßennetz umfasst alle überörtlichen bedeutsamen Straßen, sowie wichtige innerörtliche Verbindungen. Die einzelnen Straßenabschnitte sind 13 verschiedenen Kategorien zugeordnet (von langsamer Stadtstraße bis hin zur schnellen Autobahn), denen wiederum durchschnittliche Pkw-Geschwindigkeiten zugewiesen werden. Zeitliche schwankende Verkehrsströme bleiben dabei unberücksichtigt.

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