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Interoperabilität

Bild zeigt Strassenverkehrszeichen mit Geboten und Verboten Copyright: Schild Umweltzone © ebraxas #23426252 / Fotolia.com

Wesentliche Voraussetzung für eine gemeinsame Nutzung von Geodatensätzen in Europa ist deren Harmonisierung.

Was ist zu tun?

Sind Sie geodatenhaltende Stelle und stellen INSPIRE-relevante Geodatensätze und -dienste bereit?
Dann müssen Sie diese, nachdem sie sie mit Metadaten beschrieben und über Netzdienste zugänglich gemacht haben, in einem letzten Schritt interoperabel bereitstellen und dabei die Anforderungen aus der Verordnung zur Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie hinsichtlich der Interoperabilität von Geodatensätzen und -diensten erfüllen.
Unter anderem sind dabei die Geodatensätze in das durch die Verordnung vorgegebene Format für die 34 INSPIRE-Themen zu transformieren.
Bis Ende 2020 müssen alle Geodatensätze interoperabel bereitgestellt werden. Je nachdem, welchem INSPIRE-Thema der Geodatensatz zuzuordnen ist und ob es sich um einen bereits vorhandenen oder neu erhobenen Geodatensätze handelt, gelten unterschiedliche Fristen (siehe Zeitplan).

Wie setzen wir in der GDI-DE die Interoperabilitätsanforderungen von INSPIRE um?

Für die Umsetzung der Anforderungen aus der Interoperabilitäts-Verordnung sind insbesondere die zugehörigen „Technical Guidance“-Dokumente (Datenspezifikationen) relevant, die u.a. die Datenmodelle für die INSPIRE-Themen definieren.
Einen einfachen Zugang zu den Datenspezifikationen bietet die Anwendung „Interactive Data Specifications“, die von der Europäischen Kommission bereitgestellt wird.
Hier haben Sie unter anderem die Möglichkeit, die für Ihren Geodatensatz relevanten Themen und Objekte zu ermitteln und anschließend eine Vorlage für eine Mapping-Tabelle herunterzuladen, in der Sie die Objekte des Quelldatensatzes den Objekten des Zieldatensatzes zuordnen können. Ferner ist das Transformationstool HALE angebunden.

Da die Datenspezifikationen nur in englischer Sprache verfügbar sind, haben die INSPIRE Fachnetzwerke für die meisten INSPIRE-Themen Steckbriefe herausgegeben, welche die wesentlichen Inhalte der Datenspezifikationen in deutscher Sprache zusammenfassen.

Eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der Interoperabilitätsanforderungen von INSPIRE in der GDI-DE kommt der GDI-DE Registry zu. Mit der GDI-DE Registry unterstützt die GDI-DE Sie insbesondere bei der Verwaltung von Codelisten und der Bildung der INSPIRE-Objektidentifikatoren.

Da gerade die interoperable Bereitstellung der Geodatensätze die vermutlich größte Herausforderung bei der Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie darstellt, ist der Austausch mit anderen Stellen und Fachexperten von besonders hoher Bedeutung.
Über die Aktivitäten der Länder können Sie sich im GDI-DE Wiki informieren.
Für Diskussionen rund um die Datenspezifikationen können Sie die INSPIRE-Fachnetzwerke der GDI-DE bzw. die Thematic Clusters auf europäischer Ebene nutzen.

Studie zur Komplexität und potentiellen Vereinfachung von INSPIRE

Die EU Mitgliedstaaten haben wiederholt Bedenken hinsichtlich der Komplexität der INSPIRE-Datenmodelle und Guidance-Dokumente, insbesondere für Anhang III, geäußert. Daher bestünden Schwierigkeiten, die Anforderungen bis zum Jahr 2020 erfolgreich umzusetzen. In der Konsequenz wurden Arbeiten auf europäischer Ebene zur „Fitness for Purpose“ der technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen aufgenommen (MIWP 2016.1), um potentielle Schwierigkeiten zu identifizieren und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Um die Aktivitäten von MIWP 2016.1 zu unterstützen hat die Koordinierungsstelle GDI-DE eine Studie zur Verbesserung der Umsetzung und Nutzung der INSPIRE Anhang III-Daten in Auftrag gegeben. Die Studie wurde vom Auftragnehmer wetransform® im April 2017 durchgeführt und knüpft direkt an den damaligen Diskussionsstand der Arbeitsgruppe „Fitness for Purpose“ an. Ziel der Studie war es, exemplarische und strukturelle Probleme anhand der Anhang III Durchführungsbestimmungen und der technischen Guidance-Dokumente zu ermitteln und mögliche Maßnahmen zur Vereinfachung der Implementierung von INSPIRE beispielhaft an ausgewählten Datenthemen aufzuzeigen.

Die exemplarische Analyse struktureller Muster in den GML / XML-Schemata veranschaulichte die komplexen Integrationsverhältnisse und Verknüpfungen der Datenmodelle. Die Ergebnisse der quantitativen Analyse sind hier abrufbar. Diese detaillierte Betrachtung erlaubte es, die Auswirkungen der Komplexität auf verschiedene Anwendungsfälle zu bewerten. Somit konnten Hindernisse und Probleme des jeweiligen Datenmodells abgeleitet werden. Schließlich wurden mögliche Ansatzpunkte für Optimierungen und Vereinfachungen abgeleitet.

Die Studie leitet dreizehn Empfehlungen zur Überwindung der identifizierten Hindernisse ab, die teilweise bereits konkrete Auswirkungen haben und beispielsweise zu einem offiziellen Änderungsvorschlag an der Interoperabilitätsverordnung 1089/2010/EC geführt haben. Darüber hinaus finden sich die Ergebnisse vor allem in Arbeitspaketen des neuen MIWP-Arbeitsprogramms ab 2018 wieder, in denen die Erkenntnisse der Studie weiter verfolgt werden können.

Studie zur Komplexität und potentiellen Vereinfachung von INSPIRE

Dokumente und weiterführende Informationen

Die Verordnung zur Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie hinsichtlich Interoperabilität von Geodatensätzen und -diensten ist seit 28.12.2010 in Kraft. Sie gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat und regelt, was umgesetzt werden muss. Bis Ende 2020 müssen alle Geodatensätze interoperabel bereitgestellt werden. Je nachdem, welchem INSPIRE-Thema der Geodatensatz zuzuordnen ist und ob es sich um einen bereits vorhandenen oder neu erhobenen Geodatensätze handelt, gelten unterschiedliche Fristen (siehe Zeitplan).

Für die konkrete technische Umsetzung der Durchführungsbestimmungen sind vor allem die begleitenden "Technical Guidance"-Dokumente relevant. Sie zeigen auf, wie die Durchführungsbestimmungen umgesetzt werden können.

In der GDI-DE sind für die technische Umsetzung insbesondere die Dokumente des Architekturkonzeptes relevant, die aufzeigen, wie die Anforderungen von INSPIRE in der GDI-DE umgesetzt werden.

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